Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Mehr Wertschätzung und weniger Verschwendung im Alltag

In Deutschland landen jährlich pro Person 75 kg Nahrungsmittel in der Tonne. Insgesamt werden pro Jahr 12 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Wo können wir, als Konsument*innen, beginnen, etwas gegen diese Verschwendung zu tun?

Erstmal anfangen – mit guter Vorbereitung:

  • Erstelle einen Essensplan für die Woche und wähle Rezepte, die wenige Zutaten brauchen, aber möglichst viel davon verwerten (z.B. Ofengemüse mit Pesto aus Karottengrün).
  • Schreibe einen Einkaufszettel, um Spontan- und Fehlkäufe zu vermeiden.
    Plane die optimale Einkaufsroute – lege die einzelnen Stationen (z.B. Unverpacktladen – Bioladen – Bäckerei) fest, um ärgerliche Notlösungen zu vermeiden.
  • Nehme Beutel und ggf. Behältnisse für lose Waren mit – da tun es auch Wäschenetze, alte Jutebeutel und Konservengläser.

Es geht weiter mit einem strategischen Einkauf:

  • Kauf Obst und Gemüse lose und nimm immer die passende Menge mit statt eines ganzen Beutels oder Plastikcontainers.
  • Wähle jene Waren mit dem nächstem MHD – gehe lieber öfter einkaufen, statt auf Vorrat zu kaufen.
  • Bevorzuge braune bzw. lose Bananen und generell Obst und Gemüse mit Macken, welches sonst oft liegen beibt.
  • Wähle bei haltbaren bzw. oft genutzten Produkten möglichst große Packungen (oder kauf sie direkt unverpackt ein) – so weißt du immer, was noch da ist, kaufst nichts doppelt und sparst nebenbei viele einzelne Verpackungen.

Und nun? Na das Zuhause oder auch die Büroküche zu einer Food Waste freien Zone machen:

  • Lagere deine Einkäufe und Vorräte richtig:  nutze die Kühlschrankzonen korrekt, wickele Salate und Blattgemüse in feuchte Tücher, stelle frische Kräuter, Karotten, Porree, Frühlingszwiebeln und ähnliches in mit Wasser gefüllte Gläser in den Kühlschrank (wichtig: Wasser regelmäßig wechseln), hänge holzige Kräuter wie Rosmarin und Thymian zum Trocknen auf usw.
  • Halte die Haltbarkeit im Auge und überprüfe Abgelaufenes erstmal auf Verzehrbarkeit, bevor du es aussortierst.
  • Werde kreativ und verwerte Reste weiter  (Resteküche, Abschnitte verwenden, Regrow-Prinzip).
  • Verwerte braune Bananen, verletztes Obst und müdes Gemüse noch schnell, bevor gar nichts mehr geht: friere Bananen in Stücken ein und verarbeite sie im Mixer mit anderem älteren Obst und Gemüse zu Smoothies oder zu leckerer Nicecream, koche Obst zu Marmeladen, Mus oder Kompott ein (Haltbarmachen!) usw.
  • Brauche öfter mal sämtliche Vorräte auf, bevor du Neues kaufst – auch die fünf verschiedenen Sorten Linsen oder Pseudogetreide. Nachher kennst du deine zwei Lieblingsorten und sparst dir in Zukunft Geld, Platz und ungeliebte Überbleibsel.
  • Beziehe dein Obst und Gemüse über ein Gemüsekisten-Abo und ergänze nur nach Bedarf.
  • Baue selber nach Bedarf an oder teile den Ertrag mit Anderen – auf der Fensterbank, dem Balkon, im (Miet-) Garten oder gemeinsam mit Gleichgesinnten in einem Urban Gardening Spot.

Jede*r, wie er*sie kann.

Ob für den privaten Haushalt oder für die gemeinschaftliche Nutzung in der Büroküche – ein wenig Planung ist unerlässlich. Der Aufwand sollte sich natürlich trotzdem an den individuellen Möglichkeiten orientieren und selbst, wenn man es nicht regelmäßig in den Unverpackt-Laden schafft, man lieber zum Bio-Gemüse in der Kunststofffolie greift, bevor man konventionelles Gemüse kauft oder wenn das Geld schlichtweg nur für die Gemüseabteilung im Discounter reicht – das oberste Ziel sollte sein, Lebensmittelverschwendung so gut es geht zu vermeiden. Denn das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Hier noch ein paar Bücher und Medien* zum Thema und mit weiteren Tipps, wie man selber gegen Lebensmittelverschwendung aktiv werden kann:

  • Die Essensvernichter (Engl.: Taste the Waste), Stefan Kreutzberger / Valentin Thurn
  • Taste the Waste, Filmdokumentation zum Buch, Valentin Thurn
  • Weil wir Essen lieben, Daniel Anthes / Katharina Schulenburg
  • Zero Waste Küche, Sophia Hoffmann
  • Regrow Your Veggies, Melissa Raupach / Felix Lill
  • Smarticular (Web und Publikationen)

*Werbung, unbezahlt und unbeauftragt

Das schöne Headerfoto stammt übrigens von der bio-veganen Gemüsegenossenschaft PlantAge, dessen Gemüsekisten du als Genoss*in verpackungsfrei und frisch vom Acker bei uns im CU.Office abholen kannst.